Archiv für den Monat: Donnerstag, der 27. März 2014

Aktive Massnahmen

Die Elektrizität

Hoch effiziente Photovoltaik-Module auf den Dächern sichern die Energieversorgung des Prototyps. Die überschüssige Elektrizität wird in das Netz eingespeist und den Besuchern zur Verfügung gestellt.

Die Gebäudetechnik wird damit verbunden und antwortet automatisch auf Änderungen im Wetter.

Photovoltaikmodule, ergänzt durch Solarkollektoren, werden gebündelt durch den Technikraum gesteuert

Photovoltaikmodule, ergänzt durch Solarkollektoren, werden gebündelt durch den Technikraum gesteuert

Energiekonzept für Heizung und Kühlung

Im Prototyp wird das Konzept von einem Anergienetz konsequent umgesetzt und durch ein spezielles System veranschaulicht. Für die sommerliche Kühlung sorgt in der Nacht ein Rückkühler dafür, dass der Kältespeicher mit kaltem Wasser gefüllt wird. Während des Tages kann die Kühlung über diesen Speicher erfolgen und es wird keine Kältemaschine benötigt.
Thermische Solarkollektoren versorgen die Gebäude ganzjährlich mit warmem Wasser für die Beheizung und die Erwärmung von Brauchwarmwasser. Zusätzlich sorgen hybride Photovoltaik-Zellen für ergänzende Wärme im Kältespeicher, welche als Wärmequelle für die Wärmepumpe dient.
Energie am richtigen Ort zur richtigen Zeit.

 

Kühlung und Heizung

Kühlung und Heizung

Innovative Lösungen in Sanitärtechnik und Lüftung

Für die Senkung des Frischwasserverbrauches kommen im Pavillon ausgeklügelte Systeme zum Einsatz. Bei wasserintensiven Vorgängen, wie der Toilettenspülung, sorgt die Speicherung und Wiederverwendung von Regenwasser für die Entlastung des Systems. Abfliessendes Wasser, welches nicht stark verschmutzt ist, wird ebenfalls gespeichert, um damit Prozesse wie die Benetzung des Rückkühlers zu versorgen. Durch die Reduktion des Wasserverbrauches wird zusätzlich die Kanalisation und Abwasseraufbereitung entlastet.
Zu einem angenehmen Raumklima gehört eine gute Luftqualität. Dezentrale Lüftungsgeräte versorgen jeden Raum nach den jeweiligen Bedürfnissen mit Luft. Durch die direkte Platzierung in der Fassade werden keine Lüftungskanäle benötigt. Energieeffizient und leise sorgen diese Lüftungsgeräte für ganz neue Möglichkeiten in der Gestaltung und Konstruktion von Räumen.

02_Lüftung

Kontrollierte Wohnungslüftung

 

 

 

Passive Massnahmen

Funktionalität des space+

Der space+ ist ein verbindendes Element, das viele verschiedene Rollen spielt. Es ist einerseits eine Begegnungszone und hat daher eine grosse soziale Wichtigkeit. Zusätzlich zu diesen sozialen Aspekten, gewinnt der space+ auch passive Erträge, weil er isoliert ist, aber nicht klimatisiert wird. Abhängig von der Jahreszeit reguliert er also die Zimmertemperatur mit Hilfe von passiven Massnahmen und des Tageslichtertrags. Durch natürliche Lüftung im Sommer und durch die Erwärmung des Raumes über Dachfenster im Winter, kann der space+ über das ganze Jahr hinweg genutzt werden. Überschüssige Energie wird den Bewohnern zur Verfügung gestellt in Anlehnung an unser Konzept «Smart Sharing».

Sonneneinstrahlung im Winter und natürliche Lüftung im Sommer

Sonneneinstrahlung im Winter und natürliche Lüftung im Sommer

Komfort-Zonen

In Bezug auf die Architektur werden die energieverbrauchenden Räume auch in Bezug auf bestimmte Zonen flexibel sein. Es gibt zwei verschiedene Typen des Raumenergiemanagements (Komfort und Stand-by), die schnell reagieren können durch die Wärmepumpe. Somit ist keine Energie erforderlich um Zimmer zu unterhalten, die nicht im Gebrauch sind.

Komfort- und Stand-by-Bedingungen am Tag und in der Nacht

Komfort- und Stand-by-Bedingungen am Tag und in der Nacht

Energiekonzept

Elektrokonzept im städtebaulichen Projekt und im Prototyp

Im urbanen Kontext bietet die Vernetzung von energetischen Potentialen die Möglichkeit Energie in städtischen Arealen an optimaler Stelle zu erzeugen und für mehrere Haushalte bereitzustellen. Durch ein Anergienetz werden ganze Komplexe und Quartiere energietechnisch verbunden und können so ihren Bedarf an Wärme und Kälte effizient decken. Ein Wohnhaus, wie es im Projekt your+ umgesetzt wird, hat somit einen Anschluss an ein Wärme- und Kältenetz. Dieser Netzanschluss stellt die Versorgung des Gebäudes sicher. Produziert das Gebäude jedoch zu viel Energie für den Eigenverbrauch (z.B. mit Photovoltaik) kann eine Rückspeisung ins Netz erfolgen und andere Gebäude profitieren davon.
Energie teilen bedeutet Ressourcen sparen.

Anergienetz städtebaulicher Kontext – Prototyp mit Netzanschluss

Anergienetz städtebaulicher Kontext – Prototyp mit Netzanschluss

Um einen möglichst effizienten Betrieb zu gewährleisten, müssen sämtliche Verbraucher miteinander vernetzt sein. So werden die Geräte zum Zeitpunkt eingeschaltet, wenn genügend Energie vorhanden ist. Um allfällige Einspeisespitzen der PV-Anlage zu reduzieren, wird die überschüssige Energie in Batterien zwischengespeichert. Diese Energie wird dazu verwendet Spitzen der Verbraucher zu puffern und das Gebäude möglichst netzunabhängig zu betreiben.
Die Photovoltaik-Anlage hat zum Ziel, mit einer beschränkten Leistung einen möglichst hohen Energieertrag zu produzieren.

Strom teilen

Strom teilen

Grid-Living & Mobility- Konzept

Im Rahmen des Projekts sollen die Energiespeicher verschiedene Aufgaben im System des Gebäude und der Mobilität übernehmen. Neben den wichtigen Aufgaben im Elektrokonzept spielen sie auch eine wichtige Rolle in der Mobilität. Die geladenen Akkus sollen auch für die E-Bikes eingesetzt werden und damit das Fahrradfahren erleichtern. Eine Idee wäre auch, das Fahrrad als Hometrainer zu nutzen und mit Hilfe der Rekuperation die Batterie wieder zu Laden und dem your+ Prototyp wieder zu Verfügung stellen.

Das Ost-West nachgeführte Photovoltaiksystem und der Hometrainer als Rekupation zur Energiegewinnung

Die Gebäudeautomation

Die Gebäudeautomation hat drei Teile, das Energiemanagement, Komfortmanagement und zusätzliche Funktionen. Das Energiemanagement ist für die Speicherbewirtschaftung hzuständig. Dabei möchte man elektrische Leistungsspitzen brechen und überschüssige Energie für leistungsarme Zeiten speichern. Aktive und passive Systeme beeinflussen die Komfortbedingungen und werden bedarfsabhängig betrieben. Zusätzliche Systeme sind für die Safety, Security und Bewässerung.
Die verschiedenen Schaltalgorithmen verarbeiten interne und externe Inputs und arbeiten zusammen.

Simulation als vorausschauende Massnahme

Um energieeffiziente Gebäude zu bauen ist es wichtig, dass bereits im Planungsprozess ganzheitliche Betrachtungen gemacht werden. Um die Auswirkungen der Lösungen in den unterschiedlichen Projektschritten abschätzen und entsprechend reagieren zu können, wird der Planungsprozess mit Hilfe von unterschiedlichen Simulationen unterstützt.

Besucher Versailles

Im Sommer wird der Solar Decathlon Europe in Versailles statt finden. Gerne empfangen wir Sie in unserem Prototypen.

Wo:

Wann:
27. Juni bis 14 Juli 2014

Öffentliche Besuchszeiten:
Mo-Fr 11.30-14.30 Uhr und 17.30-19.30 Uhr ausser 7. Juli = Passive Day
Sa & So jeweils 10-22 Uhr ausser 12. Juli nur bis 19.30 Uhr
Special Events:
27. Juni Competition Opening Official Event
12. Juli, 20 Uhr Contest´s Awards & Closing Ceremony
13. Juli, 20 Uhr Fireworks of Château de Versailles
Unser Standort auf dem Gelände:

Standort

Standort

Weitere Informationen unter: www.solardecathlon2014.fr

Architektur

Nutzungsflexibilität

Die Kuben können in vielfältigen Varianten zusammengeschalten werden. So werden verschiedene räumliche Situationen geschaffen, die uns einen grösseren Raum bieten und je nach Nutzungsgebrauch dazugeschalten werden können. Diese Flexibilität wird durch unsere
mehrfunktionellen Möbel zusätzlich unterstützt.

Flexible Nutzungsmöglichkeiten

Flexible Nutzungsmöglichkeiten

Konstruktion

Das Thema des Sharing zusammen mit der Bedingung für ein modulares Auf- und Abbauen leitet auf das Konzept eines Regals. Die Wände werden als grosse Regale ausgebildet und als solches aneinander gestellt. Anstelle von Bücher beinhaltet unser Regal Dämmung, Fassadenelemente und Technik. Im Innenraum wird es als Möbel benutzt, dass die Möglichkeit des Teilen unterstützt. Sei es als eigentliches Regal um Bücher und andere Gegenstände zu teilen, oder als Sitzgelegenheit um Erfahrungen und Geschichten auszutauschen.

Prinzip Regal in als Konstruktionsidee

Prinzip Regal in als Konstruktionsidee

Materialisierung aussen

Die Schweiz bietet eine grosse Vielfalt an Holzwerkstoffen und hat eine reiche Tradition in deren Einsatz. Der Prototyp differenziert Qualitäten und Produkte. Durch natürliche Behandlungen und die Trennung der verschiedenen Elemente wird sichergestellt, dass Verschleissschichten einfach ausgewechselt und ersetzt werden können. Der space+ zeigt seine architektonische Ausnahmestellung auch durch seine differenzierte Materialisierung.

Materialisierung im Innenraum

In der Dramaturgie der Besichtigungstour wird dem Besucher aufgezeigt, dass die drei Räume sowohl zueinander, als auch voneinander getrennt zu verstehen sind. Als verbindendes Element wird die Bodenmaterialität und seine Farbigkeit in allen Räumen gleich gestaltet. Um die drei Räume zu differenzieren, werden unterschiedliche Materialien und Farbtöne eingesetzt. So bekommt jeder Raum seinen eigene Identität und der gebaute Ausschnitt wird nicht als eigenständige Wohnung kommuniziert, da der Prototyp exemplarisch für eine mehrgeschossige Wohntypologie steht.

my room

my room

our room

our room

your room

your room

Raumtypen

«Smart Sharing»
Der Prototyp repräsentiert unsere Philosophie – ein exemplarischer Ausschnitt des Konzepts vom klugen Teilen. Für unseren your+ Prototypen wählen wir drei verschiedene Raumtypen und verbinden diese durch den space+.

Die drei wichtigsten Räume sind ein gemeinschaftlicher Raum – der your room mit flexiblen Nutzungsmöglichkeiten – die geteilte Küche, genannt our room und der private Schlaf- und Waschraum, my room.
Die drei Kuben des Prototypen sind verbunden durch den space+. Dieser Bereich ist ein fliessender Aufenthalts- und Begegnungsraum. Hier pulsiert das Leben zwischen den Räumen und gewährt Zutritt zu diesen. Der space+ hat somit eine wichtige soziale Bedeutung.

Skizze unseres Prototypen

Skizze unseres Prototypen