Archiv für den Monat: Dienstag, der 8. Januar 2013

Konzept

Das Thema des Sharing zusammen mit der Bedingung für ein modulares Auf- und Abbauen leitet auf das Konzept eines Regals. Die Wände werden als grosse Regale ausgebildet und als solches aneinander gestellt. Anstelle von Bücher beinhaltet unser Regal Dämmung, Fassadenelemente und Technik. Im Innenraum wird es als Möbel benutzt, dass die Möglichkeit des Teilen unterstützt. Sei es als eigentliches Regal um Bücher und andere Gegenstände zu teilen, oder als Sitzgelegenheit um Erfahrungen und Geschichten auszutauschen.

Konstruktion

Eine innovative Konstruktion bedeutet nicht etwas neues zu erfinden, vielmehr bekanntes zu verstehen und weiter zu entwickeln. Dieser Gedanke findet man in vielen Teilen der Konstruktion.
Um die kurze Bauzeit von 10 Tagen einzuhalten und den Transport nach Versailles zu gewährleisten, werden zwei Räume in Modulbauweise erstellt. Diese sind gedeckt und können somit Wetterunabhängig montiert werden. Um eine grössere Raumhöhe zu erreichen, wird der dritte, your room, in Elementen hergestellt. Diese können unabhängig in der ersten Schönwetter-Phase aufgerichtet werden.

Materialisierung aussen

Die Schweiz bietet eine grosse Vielfalt an Holzwerkstoffen und hat eine reiche Tradition in deren Einsatz. Der Pavillon differenziert Qualitäten und Produkte. Durch natürliche Behandlungen und die Trennung der verschiedenen Elemente wird sichergestellt, dass Verschleissschichten einfach ausgewechselt und ersetzt werden können. Der Space+ zeigt seine architektonische Ausnahmestellung auch durch seine differenzierte Materialisierung.

Materialisierung im Innenraum

In der Dramaturgie der Besichtigungstour wird dem Besucher aufgezeigt, dass die drei Räume sowohl zueinander, als auch voneinander getrennt zu verstehen sind. Als verbindendes Element wird die Bodenmaterialität und seine Farbigkeit in allen Räumen gleich gestaltet. Um die drei Räume zu differenzieren, werden unterschiedliche Materialien und Farbtöne eingesetzt. So bekommt jeder Raum seinen eigene Identität und der gebaute Ausschnitt wird nicht als eigenständige Wohnung kommuniziert, da der Prototyp exemplarisch für eine mehrgeschossige Wohntypologie steht.

Energiekonzept für Heizung und Kühlung

Im Pavillon wird das Konzept von einem Anergienetz konsequent umgesetzt und durch ein spezielles System veranschaulicht. Für die sommerliche Kühlung sorgt in der Nacht ein Rückkühler dafür, dass der Kältespeicher mit kaltem Wasser gefüllt wird. Während des Tages kann die Kühlung über diesen Speicher erfolgen und es wird keine Kältemaschine benötigt.
Thermische Solarkollektoren versorgen die Gebäude ganzjährlich mit warmem Wasser für die Beheizung und die Erwärmung von Brauchwarmwasser. Zusätzlich sorgen hybride Photovoltaik-Zellen für ergänzende Wärme im Kältespeicher, welche als Wärmequelle für die Wärmepumpe dient.
Energie am richtigen Ort zur richtigen Zeit.
Diagramme_Final_thermal

Innovative Lösungen in Sanitärtechnik und Lüftung

Für die Senkung des Frischwasserverbrauches kommen im Pavillon ausgeklügelte Systeme zum Einsatz. Bei wasserintensiven Vorgängen, wie der Toilettenspülung, sorgt die Speicherung und Wiederverwendung von Regenwasser für die Entlastung des Systems. Abfliessendes Wasser, welches nicht stark verschmutzt ist, wird ebenfalls gespeichert, um damit Prozesse wie die Benetzung des Rückkühlers zu versorgen. Durch die Reduktion des Wasserverbrauches wird zusätzlich die Kanalisation und Abwasseraufbereitung entlastet.
Zu einem angenehmen Raumklima gehört eine gute Luftqualität. Dezentrale Lüftungsgeräte versorgen jeden Raum nach den jeweiligen Bedürfnissen mit Luft. Durch die direkte Platzierung in der Fassade werden keine Lüftungskanäle benötigt. Energieeffizient und leise sorgen diese Lüftungsgeräte für ganz neue Möglichkeiten in der Gestaltung und Konstruktion von Räumen.

Dezentrale Belüftung

Dezentrale Belüftung

Elektrokonzept

Um einen möglichst effizienten Betrieb zu gewährleisten, müssen sämtliche Verbraucher miteinander vernetzt sein. So werden die Geräte zum Zeitpunkt eingeschaltet, wenn genügend Energie vorhanden ist. Um allfällige Einspeisespitzen der PV-Anlage zu reduzieren, wird die überschüssige Energie in Batterien zwischengespeichert. Diese Energie wird dazu verwendet Spitzen der Verbraucher zu puffern und das Gebäude möglichst netzunabhängig zu betreiben.
Die Photovoltaik-Anlage hat zum Ziel, mit einer beschränkten Leistung einen möglichst hohen Energieertrag zu produzieren.